Glossar.
Fachbegriffe aus Baurecht, Projektentwicklung und Immobilienanalyse – verständlich erklärt.
Baugenehmigung
Die amtliche Erlaubnis, die für den Neubau, Umbau oder die Nutzungsänderung einer Immobilie benötigt wird. Sie stellt sicher, dass das Vorhaben mit dem geltenden Baurecht, den Sicherheitsstandards und Umweltauflagen vereinbar ist.
Baugesetzbuch
Das Baugesetzbuch (BauGB) ist das zentrale Regelwerk des deutschen Städtebaurechts. Es ordnet die räumliche Entwicklung von Städten und Gemeinden, regelt die Bauleitplanung und definiert die rechtlichen Grundlagen für die Nutzung von Grund und Boden.
Baurecht
Das Baurecht umfasst sämtliche öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Normen, die Errichtung, Nutzung und Veränderung baulicher Anlagen regeln. Es bildet den verbindlichen Rahmen für jedes Bauvorhaben – von der Grundstücksanalyse bis zur Schlussabnahme.
Baurechtschaffung
Der Prozess, durch den ein Grundstück baurechtlich entwickelt und damit baureif gemacht wird. Ziel ist die Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen für eine konkrete Bebauung – häufig durch Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplans.
Bauvorbescheid
Eine rechtsverbindliche Auskunft der Bauaufsichtsbehörde zu einzelnen Fragen eines Bauvorhabens, die vor Einreichung des vollständigen Bauantrags eingeholt werden kann. Er schafft Planungssicherheit für die wesentlichen Eckpunkte eines Projekts.
Bebauungsplan
Ein verbindlicher Bauleitplan der Gemeinde, der die zulässige Art und das Maß der baulichen Nutzung eines Grundstücks parzellenscharf festsetzt. Er bildet die rechtliche Grundlage für Genehmigungen und ist ein zentrales Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung.
Bruttogeschossfläche
Die Bruttogeschossfläche bezeichnet die Summe aller Geschossflächen eines Gebäudes, gemessen über die äußeren Umfassungswände. Sie ist eine zentrale Bezugsgröße für baurechtliche Kennwerte wie die Geschossflächenzahl (GFZ).
Bruttogrundfläche (BGF)
Die Summe aller nutzbaren Grundflächen sämtlicher Grundrissebenen eines Bauwerks. Die BGF nach DIN 277 ist eine zentrale Kennzahl für Kostenermittlung, Wirtschaftlichkeitsberechnung und Vergleichbarkeit von Immobilienprojekten.
Flächeneffizienz
Das Verhältnis von nutzbarer Fläche zur insgesamt erstellten Fläche eines Gebäudes oder Grundstücks. Eine hohe Flächeneffizienz steigert die Wirtschaftlichkeit eines Projekts und reduziert gleichzeitig Ressourcenverbrauch und Versiegelung.
Flächennutzungsplan
Der vorbereitende Bauleitplan einer Gemeinde, der die beabsichtigte Art der Bodennutzung für das gesamte Gemeindegebiet in den Grundzügen darstellt. Er bildet die übergeordnete Grundlage für nachfolgende Bebauungspläne.
Grundstücksanalyse
Die systematische Untersuchung eines Grundstücks hinsichtlich seiner rechtlichen, technischen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Eigenschaften. Sie bildet die Entscheidungsgrundlage für Ankauf, Bewertung und Projektentwicklung.
Grundstückspotenzial
Die Gesamtheit der baulichen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Möglichkeiten, die ein Grundstück bietet. Es beschreibt nicht den Status quo, sondern den Spielraum für künftige Nutzung, Verdichtung und Wertschöpfung.
Lageplan
Eine maßstäbliche Darstellung eines Grundstücks im Kontext seiner Umgebung. Der Lageplan bildet die Grundlage für Bauanträge, Vermessungen und planerische Entscheidungen.
Lageplan Architektur
Der Lageplan als architektonisches Planungsinstrument – er ordnet das geplante Gebäude in seine räumliche, städtebauliche und topografische Umgebung ein und bildet die Grundlage für gestalterische und funktionale Entscheidungen.
Nachhaltigkeit in der Architektur
Die ganzheitliche Berücksichtigung ökologischer, sozialer und ökonomischer Kriterien über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Nachhaltiges Bauen reicht von Materialwahl und Energiekonzept bis zu Flexibilität, Rückbaubarkeit und sozialer Qualität.
Nachverdichtung
Die zusätzliche bauliche Nutzung bereits bebauter oder erschlossener Flächen – etwa durch Aufstockung, Anbau, Lückenschluss oder Umnutzung. Nachverdichtung ist ein zentrales Instrument der Innenentwicklung und Ressourcenschonung.